Unsere Autorinnen und Autoren
gehen für Sie auf Lesereise

Gerne beantworten wir Ihre Fragen nach Terminen, Konditionen, Plakaten, Pressematerialien und Werbemitteln – zu diesen und zu allen anderen unserer Autorinnen und Autoren. Bitte wenden Sie sich an Florian Kind, Florian.Kind [@] schoeffling.de

Wegen der Corona-Pandemie hat der Deutsche Literaturfonds zur Unterstützung der Deutschen Kultur- und Literaturlandschaft Sondermaßnahmen getroffen. Darunter fällt auch die Förderung literarischer Einzelveranstaltungen. Das Programm zielt in die Breite und richtet sich unmittelbar an alle Institutionen, in denen Autorinnen und Autoren zu Wort komme können und auf ein Publikum stoßen. Die Förderung kann nur von den Veranstaltern, nicht von den Autorinnen und Autoren beim Deutschen Literaturfonds beantragt werden. Gefördert werden kann mit einem Betrag von maximal 1.000 € pro Autorin oder Autor (500 € plus ggf. MwSt. für Honorar, dazu Reise- und Übernachtungskosten). Besuchen Sie für weiterführende Informationen bitte die Website des Deutschen Literaturfonds.

Ulrike Almut Sandig
© Villa Concordia / Michael Aust
Ulrike Almut Sandig - Monster wie wir

Ulrike Almut Sandig liest aus MONSTER WIE WIR

Der erste Roman von Ulrike Almut Sandig führt zu Ruth und ihrem besten Freund Viktor in die ostdeutsche Provinz der Wendezeit. Bereits in ihrer Kindheit ist für Ruth und Viktor Gewalt allgegenwärtig: Während die staatliche Gewalt gegen Mensch und Natur offensichtlich ist, spielt sich die Gewalt in ihren Familien im Verborgenen ab. Hinter den verschlossenen Türen wird verbal gedemütigt, körperlich gezüchtigt und sexuell missbraucht. Doch wie lässt sich aussprechen, was unsagbar ist? Wem kann man sich anvertrauen, wenn doch selbst die engsten Angehörigen wegschauen? Und wohin kann man fliehen, wenn die Gewalt überall schon war? Ulrike Almut Sandig hält in »Monster wie wir« dem »absolut Unangemessenen eine angemessene Sprache entgegen« (Carsten Otte, taz).
Jana Scheerer
© Maximilian Merz
Jana Scheerer - Das Meer in meinem Zimmer

Jana Scheerer liest aus DAS MEER IN MEINEM ZIMMER

Pax Jellerich ist tot, mit gerade mal 53 Jahren. Jolanda, seine 18-jährige Tochter, wird von Erinnerungen an das Leben mit Pax eingeholt: Die Nordseepension, die er betrieb, ohne je einen Gast zu haben. Seine aufbrausende Unberechenbarkeit. Seine leidenschaftliche, wütende, irrsinnige Suche nach einem verschollenen Schiffswrack. Jana Scheerer erzählt in DAS MEER IN MEINEM ZIMMER von einem Familienvater, der besessen auf der Suche nach einem Schiffswrack ist und seiner Familie, die nach seinem Tod zwischen Trauer und Erleichterung wankt.
Sascha Reh
© Ekaterina Zershikova
Sascha Reh - Großes Kino

Sascha Reh liest aus GROSSES KINO

Carsten Wuppke kann einfach seinen Mund nicht halten. Warum muss der Neuköllner Sozialarbeiter sich an der Supermarktkasse auch mit einem Polizisten anlegen? Und dann ausgerechnet einen Roller »ausborgen«, der Ali al-Safa, genannt »der Chinese«, gehört? Prompt verdonnert ihn der Clanchef zu ein paar Gefälligkeiten: Erst muss Wuppke seine Jungs in gewaltfreier Kommunikation coachen und dann ein krummes Immobiliengeschäft auf Sylt für ihn zurechtbiegen, das mit dem Naturschutz und dem Bürgermeisterwahlkampf in Konflikt steht. Der neue Roman von Sascha Reh ist eine zitatgespickte Gangsterkomödie voller Sprachwitz und absurder Situationskomik, deren Held sich mit Eloquenz und Chuzpe durch die Inselhalbwelt mauschelt.
Burkhard Spinnen
© Bogenberger Autorenfotos
Burkhard Spinnen - Fipp, Vanessa und die Koofmichs

Burkhard Spinnen liest aus FIPP, VANESSA UND DIE KOOFMICHS

Ein Ufo landet vor dem Kanzleramt, mitten in Berlin. Was wird jetzt passieren? Krieg der Sterne oder intergalaktischer Frieden? Die ganze Welt wartet gespannt. Doch anstatt mit den Menschen zu sprechen, gehen die Außerirdischen lieber shoppen. Ganz harmlos ist diese Einkauferei auch nicht. Im Gegenteil: Mit einer einzigen Kreditkarte ruinieren die Aliens im Handumdrehen die Weltwirtschaft. Doch bevor die Situation eskaliert mischen sich Vanessa, Tochter des Hausmeisters im Kanzleramt, und ihr Freund Fipp schließlich ein. Zwanzig Jahre nach dem Erfolg mit BELGISCHE RIESEN hat Burkhard Spinnen sein drittes Buch für Kinder (ab 10 Jahre) geschrieben, das schräg und gewitzt eine wilde Begegnung mit außerirdischem Leben schildert.
Gabriele Tergit
© Jens Brüning
Gabriele Tergit - Vom Frühling und von der Einsamkeit

Nicole Henneberg stellt VOM FRÜHLING UND VON DER EINSAMKEIT vor

Die Gerichtsreportagen, die Gabriele Tergit ab 1924 für den Berliner Börsen-Courier, ab 1925 für das Berliner Tageblatt und ab 1929 auch für die Weltbühne in der ihr eigenen literarischen Sprache schrieb, bilden das Herzstück ihrer journalistischen Arbeit. Tergit verstand den Gerichtssaal als Bühne, auf der sich bei jeder Verhandlung ein neues Stück abspielte. Dabei interessierte sie vorrangig der sonderbare Einzelfall, der interessante, merkwürdige, tragische Charakter des Tatbestands und der Angeklagten. Und doch beobachtete sie in jedem Fall, der bei Gericht verhandelt wurde, stets das Ringen der gesellschaftlichen Kräfte im Hintergrund, die soziale Misere, die die Menschen erst zu verbrecherischen Taten treibt.
Justin Steinfeld
© Sammlung Weinke, Hamburg
Justin Steinfeld - Ein Mann liest Zeitung

Wilfried Weinke stellt EIN MANN LIEST ZEITUNG vor

Der autobiografisch geprägte Roman EIN MANN LIEST ZEITUNG erzählt die Geschichte des jüdischen Kaufmanns Leonhard Glanz aus Hamburg. Im Exil in der Tschechoslowakei zur Untätigkeit verdammt, verbringt er seine Zeit in Prager Kaffeehäusern mit dem Lesen von Zeitungen. Akribisch verfolgt er das politische Geschehen in der Tagespresse, und doch kann er sein eigenes Schicksal, das ihn in die Emigration trieb, nicht begreifen. Erinnerungen an ein verlorenes Leben, Beobachtungen auf der Straße und Gedanken über das in der Zeitung Gelesene, die oft weit in die Vergangenheit weisen, verbinden sich zu einem dichten Panorama der dreißiger Jahre. Atmosphärisch und präzise, klug und poetisch fängt Justin Steinfelds einziger Roman den Hexenkessel Europa am Vorabend des Zweiten Weltkrieges ein. Ein großer, erst posthum erschienener Exilroman, der eine unerhörte Erfahrung zur Sprache bringt, die doch so viele traf und trifft: Die Erfahrung, nirgendwo mehr dazuzugehören.
Seweryna Szmaglewska
© Jacek Wiśniewski
Seweryna Szmaglewska - Die Frauen von Birkenau

Marta Kijowska stellt DIE FRAUEN VON BIRKENAU vor

In DIE FRAUEN VON BIRKENAU schildert Seweryna Szmaglewska ihre verstörenden Erlebnisse als politische Gefangene im Frauenlager von Auschwitz-Birkenau. Noch 1945, fast sofort nach ihrer Flucht im Januar, schrieb sie fieberhaft ihre Erinnerungen nieder, die ein wichtiges Zeugnis bei den Nürnberger Prozessen wurden. In einer ganz besonderen Erzählperspektive, ohne »ich« zu sagen, fängt sie darin nicht nur die Alltagswelt des Lagers ein, sondern auch berührende Einzelschicksale von Frauen aus ganz Europa. Wie mit einem Kameraauge zeichnet Seweryna Szmaglewska die desolate Verfassung der Gefangenen, die harte Arbeit und die Grausamkeiten der SS auf, aber sie beschwört auch den geistigen Austausch und den kulturellen Reichtum im Lager, mit dem die Frauen sich gegenseitig ermutigen und so ihre Würde zu wahren wissen. 2020 erscheint endlich die deutschsprachige Erstausgabe.
Irina Liebmann
© Maximilian Merz
Irina Liebmann - Die Große Hamburger Straße

Irina Liebmann liest aus DIE GROSSE HAMBURGER STRASSE

Man ist schnell durch die Große Hamburger Straße hindurchgegangen, auf dem Weg in die neue Mitte – oder vielleicht doch nicht? Welches Geheimnis bindet Irina Liebmann seit vielen Jahren an diese Straße? Und wie wäre es, in der vergangenen Zeit, in der alten Straße herumzuwandern, mit dem heutigen Wissen? In ihrem neuen Roman fasst die große Berlinchronistin ihr Werk über die Mitte Berlins zusammen: Ein rätselhaftes Buch voller Liebe und Abschied.
Damiano Femfert
© Alexander Paul Englert
Damiano Femfert - Rivenports Freund

Damiano Femfert liest aus RIVENPORTS FREUND

Er ist groß, blond und blauäugig. Kurt ist offensichtlich kein Einheimischer im verschlafenen S. in den argentinischen Bergen. Als er schwer verletzt und ohne Gedächtnis 1952 in S. auftaucht, versucht Doktor Rivenport als Direktor des örtlichen Krankenhauses zunächst, den neuen Patienten schnell wieder loszuwerden. Wie der Rest des Orts erliegt er aber zunehmend dem naiven Charme des jungen Mannes und findet sich unversehens in heillosem Durcheinander. Rivenport stellt auf eigene Faust Nachforschungen an – und die führen ihn auch in die dunkle Geschichte, die Europa gerade hinter sich gelassen hat.
Michael Roes
© privat
Michael Roes - Melancholie des Reisens

Michael Roes liest aus MELANCHOLIE DES REISENS

Reisen ist für Michael Roes Leidenschaft, Lebensform und Geisteshaltung. Afghanistan, Israel, Jemen, Mali, Marokko und Tunesien hat er nicht nur besucht und erforscht, sondern sich eingelassen auf fremde Kulturen, heikle Situationen und unerwartete Nähe. In seinen Essays gewährt uns Michael Roes nicht nur Einblick in die Entstehung seiner Werke und seine Beobachtungen in der Fremde, sondern auch und vor allem in die Wahrnehmung des Autors von sich selbst als Reisendem und Fremdem.
Elsemarie Maletzke
© Markus Kirchgessner
Elsemarie Maletzke - Magnolienmord

Elsemarie Maletzke liest aus MAGNOLIENMORD

In ihrem zweiten Gartenkrimi schreibt Elsemarie Maletzke spannend und mit gewohnt elegantem Schwung über einen höflichen Magnolienexperten und eine spröde Gärtnerin, die ein fremdes Verbrechen zusammenführt.
Alexandru Bulucz
© Renate von Mangoldt
Alexandru Bulucz - was Petersilie über die Seele weiß

Alexandru Bulucz liest aus WAS PETERSILIE ÜBER DIE SEELE WEISS

So wie uns Paul Celan über das Verhältnis von Mohn und Gedächtnis aufgeklärt hat, verrät Alexandru Bulucz in seinem zweiten Gedichtband, was Petersilie über die Seele weiß. Die Gegenüberstellung des Kerns der menschlichen Existenz mit der grünen Suppendekoration vom Balkon gibt bereits im Titel einen Ausblick auf das dichterische Programm von Bulucz, der mit schalkhafter Freude vermeintliche und tatsächliche Gegensätze miteinander verbindet: Profanes steht neben Mystischem, Biographisches neben Groteskem, das Poetische wird mit der Verdauung vermengt – nicht umsonst heißt es gleich zu Beginn „Digestion statt Diegese“.
Nadja Küchenmeister
© Franziska Buddrus
Nadja Küchenmeister - Im Glasberg

Nadja Küchenmeister liest aus IM GLASBERG

Mit IM GLASBERG erscheint Nadja Küchenmeisters dritter Gedichtband. Die Sonne ist hier der Mond, ein »rauperich« schlängelt sich durch die Erinnerung, aber Vorsicht: »wer aufräumt, der begegnet sich, wie ungünstig.« Und doch muss man immer weitergehen, »während / das herz wie eine biene schwirrt / honig sammelt im mittelfellraum.« Diese Gedichte sind zart und schonungslos zugleich. Nadja Küchenmeister versteht es, Stimmungsbilder zu erzeugen, die uns nicht mehr loslassen. Dabei erneuern ihre Texte stets unseren Blick auf die Welt und öffnen Türen, wo wir keine vermuten.
Christoph Buchwald
© Irwan Droog
Christoph Buchwald - Jahrbuch der Lyrik 2020

Christoph Buchwald und Dagmara Kraus stellen das JAHRBUCH DER LYRIK 2020 vor

Bereits seit 40 Jahren gibt das JAHRBUCH DER LYRIK Einblick in die deutschsprachige Gegenwartslyrik und ihre Entwicklungen. Für die 34. Ausgabe konnte Christoph Buchwald die Dichterin Dagmara Kraus als Mitherausgeberin gewinnen. Gemeinsam haben sie eine Auswahl zusammengestellt, die überrascht, begeistert und anregt.
Ulrich Becher
© Kurt Wyss
Ulrich Becher - New Yorker Novellen

Moritz Wagner stellt Ulrich Bechers NEW YORKER NOVELLEN vor

Der noch 1945 in New York begonnene Zyklus in drei Nächten umfasst drei Novellen. Ob Hans Heinz Nachtigall, der im Exil einen märchenhaften Aufstieg vom erfolglosen Dichter zum gefragten Psychiater der New Yorker Upper Class erlebt, jedoch Verrat gegenüber seinem in Europa zurückgelassenen Vater empfindet, ob der joviale Börsenmakler Alois Altkammer, der für seine verstorbene Frau eine bizarre Totenfeier veranstaltet, ob der seines Gehörs beraubte jüdische KZ-Häftling Dr. Klopstock oder der vom Krieg heimgekehrte Pilot Happy Slocum: Bechers Geschichten handeln von einsamen, durch Erfahrungen der Entwurzelung gezeichneten Außenseitern, die um einen biographischen oder künstlerischen Neuanfang in der Fremde bemüht sind.